Warum Willenskraft nicht reicht

IMG_0937[2]Regnerisch war‘s heute früh, außerdem kühl. Trotzdem bin ich rausgegangen und, nachdem ich schon etwas Krafttraining gemacht und eine gute Stunde gearbeitet habe, 10 Kilometer gejoggt. Hat mich meine Willenskraft die Sportsachen anziehen und rausgehen lassen? Musste ich stundenlang kämpfen, um meinen inneren Schweinehund überwinden? Vergessen Sie’s! Da war nichts, aber auch gar nichts heroisches dabei!

 

Willenskraft hilft – am Anfang

Sicher, die Willenskraft kann uns da und dort gute Dienste leisten, vor allem wenn es um den Start eines Vorhabens geht. Aber wenn wir auch nach Jahren immer noch auf die Willenskraft angewiesen sind, dann hat die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns enorm zugenommen. Dann ist die Willenskraft einfach ein zu schwaches Werkzeug, nicht nur bei labilen Menschen.
Benötigen Sie zum Beispiel Willenskraft, um sich jeden Morgen die Zähne zu putzen? Oder benötigen Sie Willenskraft, um Ihre dreckigen Kleider zu wechseln? Ich hoffe nicht. Warum nicht? Weil Sie beide Tätigkeiten schon in jungen Jahren automatisiert und daraus eine Gewohnheit gemacht haben. Und genau deshalb sind Gewohnheiten auch so wichtig: weil sie uns davor bewahren, übermäßig viel Kraft für unsere Tätigkeiten einsetzen zu müssen und wir so unser Leben auf entspanntere Weise gestalten können.

 

Gewohnheiten – der Schlüssel für ein effektives Stressmanagement

Leider verbreiten viele Menschen, die eine bestimmte Tätigkeit, z.B. Sport, in ihr Leben integriert haben, den Nimbus eine enorme Willenskraft zu besitzen. Dadurch fühlen sich viele keineswegs ermutigt, weil sie schon allzu oft die Erfahrung gemacht haben, dass sie allein mit ihrer Willenskraft nicht weit kommen. Das heißt keineswegs, dass das nun die totalen Looser sind. Sie haben es „nur“ verpasst, von der Willenskraft zum Ritual, zur Gewohnheit, durchzubrechen.

 

Vier Wochen bis zur Gewohnheit

Mut machen uns dabei die Ergebnisse der Hirnforschung der vergangenen 20 Jahre. Das wichtigste davon ist sicher, dass das Hirn plastisch ist, d.h. es ist in der Lage, sich zu verändern, lebenslang. Ein weiteres ist die Vier-Wochen-Schwelle. Darunter versteht man die Tatsache, dass nach einer Dauer von vier Wochen, in deren Verlauf man einen neuen Gedanken, eine neue Handlung konsequent und täglich in sein Leben integriert und eingeübt hat, die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls in alte, überwundene Denk- und Handlungsgewohnheiten bereits signifikant sinkt. Hat man die Denk- und Handlungsgewohnheit bis zu einer Schwelle von 6 Monaten weitergeführt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie lebenslang beibehalten wird schon sehr hoch, auch wenn es Ausnahmen gibt, die aber, wie es das Sprichwort sagt, nur die Regel bestätigen.

 

Trainieren Sie Ihre Gewohnheiten

Ich selbst brauche kaum noch Willenskraft für mein Sportprogramm, weil (fast) täglicher Sport schon seit Jahrzehnten zu meinen Gewohnheiten gehört. Ich kann mir deshalb nur schwer vorstellen, dass sich das in den kommenden Jahren und Jahrzehnten mal ändern wird. Aber selbstverständlich gelten diese Naturgesetze nicht nur in Bezug auf den Sport, sondern für jegliche Denk- und Handlungsgewohnheiten. Welche wollen Sie in nächster Zeit ändern?

Dass Sie den Stress eines begeisternden, sinn- und wertvollen Lebens in vollen Zügen genießen, wünscht Ihnen,

Ihr Markus Frey, Life-Coach, Köln
stressfrey(ät)gmail.com

 

PS Wie Sie Rituale und Gewohnheiten erfolgreich und wirksam in Ihr Leben integrieren, lernen Sie auch im Tagesseminar „Selbstbestimmt im Stress“ vom 24. April in Köln. Es sind noch Plätze frei.

 

 

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